Jahrzehnt der mobilen Services?

By Markus Buchner on 5. Dezember 2011 in Customer Service, IT Service Management (ITSM)
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Die Zukunft vorauszusagen ist so eine Sache. Manch neue technologische Errungenschaft, deren  Marktetablierung innerhalb kürzester Zeit prognostiziert wurde,  fehlt – entgegen aller Erwartungen der Experten –  auch heute noch der flächendeckende Einsatz der Technologie.  Hierzu fällt mir zum Beispiel die gedachte „Killerapplikation“ Videotelefonie ein, die im tagtäglichen Gebrauch noch immer nicht im Einsatz ist.  Andere Technologien wiederum, von denen Forscher der Meinung sind, sie würden sich erst in 20 Jahren durchsetzen, sind binnen kürzester Zeit aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Bill Gates hat z.B. nicht an den Nutzen des WWW geglaubt. Der dadurch entstandene späte Einstieg in die Entwicklung der Suchmaschine MSN spiegelt den heutigen Stellenwert von MSN  im Vergleich zu Google wieder.

Die Wette, dass wir uns mitten  im Jahrzehnt der rasanten Entwicklungen im Bereich der mobilen Services befinden, gehe ich allerdings jederzeit gerne ein. Diese Meinung bestätigt auch Matthias Horx, der auf dem diesjährigem Zukunftskongress in Wien (www.zukunftsinstitut.at/veranstaltungen/zukunftskongress) neben vielen spannenden Zukunftsentwicklungen vom „Mobility Jahrzehnt“ gesprochen hat. Ein Beispiel:

Ich denke, dass neben den vielen sinnvollen – und auch sinnlosen  – Mobile Apps, die momentan die Welt erobern, die Technologie „Near Field Communication“ (NFC) eine wirkliche Killertechnologie werden kann. Killertechnologie deshalb, weil sie nicht nur sinnvoll wäre, sondern allen Menschen den Alltag um ein vielfaches erleichtern könnte. NFC, also der kontaktlose Austausch von Daten über kurze Strecken (bis 4cm), wird zukünftig in der Hardware von mobilen Endgeräten integriert sein. Bei Hinterlegung Ihrer persönlichen Daten ergeben sich daraus viele Erleichterungen im Alltag:

Sie registrieren sich zum Beispiel zukünftig online mit Ihren Bankdaten bei den Wiener Linien. Kurz vor dem Einsteigen in die U-Bahn ziehen Sie das Handy über ein öffentliches Lesegerät. Nach Sekunden bekommen Sie schon ein SMS mit Ihrem Fahrschein zugeschickt. Die Abrechnung erfolgt im Hintergrund über Ihr Bankkonto. Ein Anstellen vor dem Fahrscheinautomaten entfällt. Eine ähnliche Prozedur wäre durchaus auch in Supermärkten denkbar. Absichern könnte man diese Rechtsgeschäfte mit einem einzugebenden 4-stelligen Code.

Die Anwendungsbeispiele gehen von Einzelhandelsketten, über öffentliche Transportmittel bis hin zu Schließsystemen im privaten wie im öffentlichen Bereich. Denn wer verzichtet nicht gerne auf all die Plastikkarten? Das Handy hingegen hat fast die gesamte Bevölkerung immer dabei.

Natürlich sehe ich auch die Bedenken der Datenschützer. Allerdings: Wenn eine neue Technologie der Bevölkerung einen hohen Nutzen und der Industrie einen großen Innovationssprung ermöglicht, setzt sich meist der Fortschritt durch.

Und außerdem: 2050 haben wir doch so wie so alle einen Chip im Körper…

Diese Wette möchte ich aber wirklich nicht eingehen.

Liebe Grüße

Lorenz Aberle/Gastbeitrag

Markus Buchner

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1 Comment

  1. Toller Artikel, gefaellt mir gut. Ich habe diesen auf FB geteilt und einige Likes dafuer bekommen.
    Weiter so!

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