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Von Conradin Egli, 16. Januar 2008 – 08:53:00
Am Wochenende habe ich einen interessanten Artikel von David Weinberger, Wissenschaftler für Internet und Gesellschaft am Berkman Center in Massachusetts, gelesen. Kernaussage von Weinberger ist, dass Unternehmen sich nicht länger dagegen wehren sollen, dass die Daten Ihres Unternehmens im Internet mit denen anderer Anbieter verknüpft werden. Die Vorteile überwiegen die Nachteile.
Kunden nutzen Internetvergleichsplattformen immer häufiger für ihren Kaufentscheid. Kaum ein Internet-User prüft alle Firmen-Internetseiten selbst und stellt die Angebote gegenüber. Informationsvergleichsplattformen leisten insbesondere einen Zusatznutzen, wenn diese verschiedene Arten von Informationen verbinden. So findet man Immobilienplattformen, welche mit Kriminalitätsstatistiken, Steuerrechner oder Luftverschmutzung verbunden sind (siehe auch diesen Beitrag). Dadurch kann der Kunde das Angebot nicht ausschliesslich mit dem Preis werten. Laut Weinberger stellt für viele Topmanager ein derartiges Aggregieren von Daten ein Problem dar. Doch Weinberger erklärt, wer Daten freigibt, verbessert seine Präsenz auf dem Markt und senkt zu gleich die Kosten für das Bereitstellen der Informationen für die Kunden. Bei Reiseveranstalter ist das Bereitstellen von Informationen bereits zu einem Differenzzierungsmerkmal gewachsen. Der Reiseveranstalter, welcher es den Kunden am einfachsten macht, die Angebote zu vergleichen, erleichtert die Kaufentscheidung. Oder verspüren Sie grosse Lust sich stundenlang durch die immense Vielzahl von Angeboten für einen einwöchigen Urlaub durchzuklicken? Ich nicht.
Für Weinberger ist klar, dass der Widerstand gegen Internetvergleichsplattformen zwecklos ist. Unterbindet man einer Plattform den Zugang, sind mit Bestimmtheit bereits andrer Plattformen in Entwicklung, welche das Aggregieren technisch wieder lösbar machen. Führungskräfte sollten versuchen, dass diese Plattformen zum Vorteil ihres Unternehmens und ihrer Kunden werden. Bezüglich der zukünftigen Wichtigkeit solcher Internetschauplätze stimme ich mit der Meinung von Weinberger vollends überein. Siehe auch Servicefrust an deutschen Hochschulen.
- 4.0
- | Kategorie: Marketing
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