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"Gackern und Eierlegen"

In einem Interview mit KABA VR-Präsident Ulrich Graf habe ich folgenden Satz gelesen: „Gackern und Eierlegen sollten in einem ausgeglichenen Verhältnis stehen." So sehr ich mich in letzter Zeit über manche „Man-Sollte-Kultur" geärgert habe. So sehr konnte ich über diesen Satz schmunzeln. Ich finde den Vergleich mit den ewig herumgackernden Hühnern gut gewählt.

Ich bin mir sicher, dass der „man" die mit Abstand am meisten beschäftigte Person der Welt ist. „Man sollte", „man könnte" oder „man müsste". Denken Sie kurz nach, jeder hat Sätze beginnend wie diese in letzter Zeit mehrfach zu Ohren bekommen. Nur leider kennt den „man" niemand so richtig. Der „man" ist nicht greifbar und übernimmt auch keine Verantwortung. Ich denke deshalb ist unser „man" auch so ausgelastet...

Graf setzt in seinem Interview ganz oben in der Hierarchie an. Seine Kernaussage: Die beste Strategie nützt wenig, wird sie nicht umgesetzt. Dies trifft sicher in vielen Fällen zu aber umsetzungsstark muss das ganze Unternehmen sein. Jedem von uns fällt es leichter Eier zu verkaufen, Gackern kann man nur schwer verkaufen. Im Job als auch Privat.

Mit der Kernbotschaft stimme ich mit Graf vollends überrein. Allerdings sehe ich die weiteren Ausführungen etwas kritischer. Graf hat klare Vorstellungen von Führungsstil und Organisationsform, damit eine umsetzungsstarke Kultur möglich ist. Dieser Weg ist für mich zu einfach. Damit kann man das eigene Nichtstun auf Organisation und Hierarchie abschieben. Was die meisten Hühner nicht wissen: Egal in welchem Stall du arbeitest. Je mehr Eier du legst umso besser gestaltet sich die Situation für dich selbst und deinen Stall. Oder wie es Gandalf zu Frodo sagt: „Du musst dir nicht überlegen, wie viel Zeit du hast, du musst nur entscheiden was du mit der Zeit anfangen willst, die dir gegeben ist".

Klingt eigentlich alles sehr einfach und verständlich. Leider beschäftigen wir Menschen uns aber vielmals viel mehr um Umstände, politische Machenschaften und andere Dinge, welche sich gerade nicht ändern lassen. Als dass wir dort ansetzten, wo wir wirken können.

Oder anders ausgedrückt. Damit das Gackern und Eierlegen in einem ausgeglichenen Verhältnis steht. Wer es nur einmal wöchentlich schafft ein Ei zu legen, kann es sich auch gut erlauben nur einmal wöchentlich herumzugackern. Den Rest der Zeit gackert man besser im Freibad:-)

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