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Kunden hinhalten!

Letzte Woche haben wir ein Projekt in Hamburg durchgeführt. Im Sinne des Kunden haben wir die Spesen tief gehalten und sind mit easyJet geflogen. Der Abendflug nach Hamburg hatte 90 Minuten Verspätung, da das Flugzeug von den Zollbehörden in Napoli aufgehalten wurde.

Die Info für die Verspätung wird aber jeweils erst kommuniziert, sobald die Boarding-Time ein wenig überschritten ist. Und zwar wurde die Verspätung mit 60 Minuten angekündigt und alle Passagiere drängten sich bereits vor dem Schalter. Alle Verantwortlichen wissen ja zum Glück, dass ihr Flugzeug noch in Napoli steht oder erst gestartet ist und somit niemals termingerecht in Basel abfliegen kann. Bei frühzeitigen Informationen hätten wir länger im Büro bleiben oder uns zumindest mit Shoppen die Zeit in den Duty-Frees totschlagen können. Die Schmerzgrenze der Kunden wird wohl so weniger strapaziert. Die Infos erfolgen häppchenweise. Die wirkliche Abflugzeit ist dann nochmals etwa 30 Minuten nach der prognostizierten Verspätung. Hinhalten der Kunden! „Höhere Gewalt, da gibt easyJet nichts" war die Antwort der Damen hinter dem Schalter auf unsere Frage, ob wir jetzt ein Gutschein, ein Brötli oder ein Bier erhalten...

Der Abendflug von Hamburg zurück nach Basel war die gleiche Story. Nur gabs da noch einen Zugabe. Boarding-Time kurz überschritten. Meldung der Angestellten: „Unser Flugzeug steht leider noch in Basel und kann wegen Unwetter nicht starten. Der Flug wird ca. 60 Minuten beanspruchen und aufgrund des Unwetters muss evt. die Reiseroute geändert werden, was dann ca. 90 Minuten Verspätung bedeutet. Danke für ihr Verständnis." Klar, woher sollte man das früher wissen! Dass das eigene Flugzeug, welches jetzt zum boarden bereitstehen sollte noch in Basel steht;-)

Die Antwort auf unsere Frage kennen Sie ja bereits: „Höhere Gewalt. Unwetter, da gibt easyJet nichts aus..." Wir haben dann die Zeit im Internetcorner, welcher neben dem Zoll stand, mit dem Live-Ticker Schweiz-Liechtenstein rum gebracht. Witzigerweise haben sich die Zollbeamten über unseren Flug unterhalten: „Wäre dieses ****** Flugzeug rechtzeitig in Basel gelandet, hätte es vor dem Unwetter abfliegen können und wäre rechtzeitig hier und ich müsste keine Überstunden machen." Tja höhere Gewalt. Warum sollten die Kunden rechtzeitig und ehrlich informiert werden? Das Flugzeug war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Die Verspätung war dann übrigens nochmals ca. 30 Minuten länger als angegeben.

Nebenbei: Eine nette Dienstleistung bietet easyJet in Form von Speedy Boarding an. Aufpreis ca. 70 EUR. Die Leistung: sie dürfen vor allen anderen boarden. Was bei der Rückreise folgendermassen aussah: Die Speedy Boarder durften zuerst einchecken, was zur Folge hatte, dass Sie zuhinderst im Bus waren und wir als normale Boarder eingepresst hinter den Bustüren standen und als erste aussteigen konnten. Wir waren schlussendlich doch vor den Speedy Boardern im Flugzeug;-) Angekommen sind wir dann doch, sehr überraschend, alle zur gleichen Zeit, wenn auch zwei Stunden zu spät...

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